7. Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte

Dachauer Prozesse

   
 

NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945-48
Verfahren, Ergebnisse, Nachwirkungen


Das 7. Dachauer Symposium zur Zeitgeschichte ist dem großen Thema der gerichtlichen Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen gewidmet. Im Zentrum stehen die Prozesse vor amerikanischen Militärgerichten in den Gebäuden des ehemaligen KZ Dachau mit ihren Ermittlungen, Anklagen, Verfahren, Urteilen und Folgen.
Der erste Prozess, angeklagt waren Angehörige der SS-Lagerführung des KZ Dachau, aber auch einige Kapos, begann bereits am 15. November 1945, noch vor den Verhandlungen des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher. Das Urteil, gesprochen am 13. Dezember 1945, lange vor dem in Nürnberg (11. Oktober 1946), setzte damit eine Orientierungsmarke für weitere Verfahren.
In weit über 400 Verfahren vor amerikanischen Militärgerichten wurden die Verbrechen in den Konzentrationslagern Dachau, Flossenbürg, Mauthausen, Buchenwald, Mittelbau-Dora sowie ihren zahlreichen Nebenlagern verhandelt. Straftaten in diesen Konzentrationslagern behandelten später in begrenztem Umfang auch die nationalen regulären Strafgerichte in der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der DDR – auf unterschiedlicher rechtlicher Grundlage und mit unterschiedlichen Ergebnissen.
Neben den Verbrechen in den Konzentrationslagern brachten die amerikanischen Militärgerichte in Dachau auch Kriegsverbrechen an alliierten Soldaten zur Anklage, z. B. in den sogenannten Flieger-Prozessen sowie im Malmedy-Prozess.
Die Reaktionen der deutschen Öffentlichkeit auf die alliierten Verfahren waren gemischt. Mit dem Abstand zum Kriegsende stieg die Ablehnung.
Schon früh wurde die Forderung nach dem so genannten Schlussstrich gestellt und die alliierte Justiz als Siegerjustiz kritisiert.
Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert richtet sich das öffentliche Augenmerk erneut auf die nationale und vor allem die internationale Verfolgung von Kriegsverbrechen, Menschenrechtsverbrechen und Völkermord. Im Blickpunkt steht hier insbesondere die internationale Gerichtsbarkeit in Den Haag, nämlich der Internationale Gerichtshof zur Verfolgung von Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) sowie der Internationale Gerichtshof (ICC), der sich ebenfalls mit Kriegsverbrechen, u. a. in Darfur und im Kongo, befasst.
Die Nachwirkungen der alliierten Prozesse auf diese internationale strafrechtliche Verfolgung von Kriegs-, Genozid und Menschenrechtsverbrechen sollen thematisiert, Kontinuitäten und Entwicklungslinien herausgearbeitet werden. 

 

Programm

Freitag,
13.10.2006
 
13.00 Uhr Begrüßung

Oberbürgermeister Peter Bürgel, Dachau

Barbara Thimm, Leiterin des Jugendgästehauses Dachau

Einführung

Dr. Bernhard Schoßig

   
13.30-15.00 Uhr PD Dr. Ludwig Eiber (Augsburg)

Kriegsverbrechen vor Gericht - Einleitung


Dr. Wolfgang Form (Marburg)

Alliierte Militärgerichtsprozesse – ein Überblick

   
15.30-17.00 Uhr Dr. Robert Sigel (München)

NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945-48


Prof. Dr. Michael Bryant (Toledo)

Die US-amerikanischen Militärgerichtsprozesse gegen SS-Personal, Ärzte und Kapos des KZ Dachau 1945-1947

   
17.30-19.30 Uhr Dr. Gabriele Hammermann (Dachau)

Internierungslager Dachau: Verteidigungsstrategien der Beschuldigten


Dr. Edith Raim, München

Westdeutsche Ermittlungen und Prozesse zum KZ Dachau

   
anschließend Abendessen
   
Samstag, 14.10.  
9.00-10.30 Uhr Dr. Bertrand Perz (Wien)

Prozesse zum KZ Mauthausen


Dr. Claudia Kuretsidis-Haider (Wien)

Österreichische Prozesse zu  Verbrechen in Konzentrationslagern

   
11.00-13.00 Uhr Dr. Katrin Greiser (Weimar)

Prozesse zum KZ Buchenwald


Christine Hess (Frankfurt/Main)

Völkermord und Kriegsverbrechen vor Gericht: Südafrika, Ruanda, Jugoslawien

   
13.00 Uhr Tagungsende mit Mittagessen
   
Leitung
   
 
Dr. habil. Ludwig Eiber
Privatdozent für Neuere und Neueste Geschichte an der Phil.-Hist. Fakultät der Universität Augsburg, Mitarbeiter des Hauses der Bayerischen Geschichte
Dr. Robert Sigel
Historiker, Lehrbeauftragter an der LMU München, Autor von "Im Interesse der Gerechtigkeit.
Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945-1948"
Dr. Bernhard Schoßig
Pädagoge, ehemaliger Leiter des Jugendgästehauses Dachau, Herausgeber der Tagungsbände in der Reihe Dachauer Symposien zur Zeitgeschichte
  Referenten
 


Dr. Michael S. Bryant 

holds a joint appointment in the departments of History and Criminal Justice at the University of Toledo (Ohio), where he teaches graduate and undergraduate courses in ethics, history of criminal justice systems, organized crime, criminal law, theories of criminality, and crimes against humanity.  He is also active in the university’s honors program, in which he teaches the readings in great books seminar and a future course entitled, "What is evil?  A Humanistic Inquiry."  Dr. Bryant has a B.A. in English literature from The Ohio State University (1985), a J.D. and M.T.S. from Emory University (1989), and a Ph.D. in Modern European history from The Ohio State University (2001).  His research focuses on the history of post-World War II U.S. and German prosecution of National Socialist criminality, particularly those crimes related to Nazi genocide.   His monograph on U.S. and West German prosecution of National Socialist medicalized killing, Confronting the "Good Death": Nazi Euthanasia on Trial, 1945-1953, was published in October 2005 by the University Press of Colorado.

Dr. phil. habil. Ludwig Eiber
1980-1988 Leiter KZ-Gedenkstätte Neuengamme, 1988-96 Forschungsprojekte zum Arbeiterwiderstand in Hamburg 1933-39 und zur deutschen sozialdemokratischen und sozialistischen Emigration in Großbritannien 1940-45, Habilitation im Fach Zeitgeschichte;
seit 1996 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Haus der Bayerischen Geschichte, dort 1998-2003 Projektleiter für die Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Dachau, seit 2004 Leiter Zeitzeugenprojekt, seit 2005 Vorbereitung Landesausstellung Bayern-Böhmen (2007 in Zwiesel); seit 2000 Privatdozent Universität Augsburg,
zeitgeschichtliche Veröffentlichungen zu Widerstand und Verfolgung, Emigration, Konzentrationslager, Arbeiter und Arbeiterbewegung; Die Sozialdemokratie in der Emigration. Die "Union deutscher sozialistischer Organisationen in Großbritannien" 1941-46 und ihre Mitglieder. Protokolle, Erklärungen, Materialien, Bonn 1997; Arbeiter und Arbeiterbewegung in der Hansestadt Hamburg in den Jahren 1929 bis 1939. Werftarbeiter, Hafenarbeiter und Seeleute: Konformität, Opposition, Widerstand, Frankfurt/M. u.a. 2000, 815 S.

Dr. Wolfgang Form
leitet das Forschungs- und Dokumentationszentrum Kriegsverbrecherprozesse an der Philipps-Universität Marburg. Nach dem Studium der Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte und des öffentlichen Rechts an der Philipps-Universität Marburg war er Wissenschaftlicher Angestellter bei der Stadt Stadtallendorf, der Universität Mainz und beim Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden; ab 1997 Projektleiter am Fachbereich Rechtswissenschaften im Rahmen von mehreren Drittmittelprojekten zur NS-Justiz in Deutschland und Österreich.
Dr. Form war Mitgründer des Forschungs- und Dokumentationszentrums Kriegsverbrecherprozesse an der Philipps-Universität Marburg und dessen Leiter ab Sommer 2003.

Dr. des. Katrin Greiser,
Promotion über die Todesmärsche aus Buchenwald, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gedenkstätte Buchenwald, Lehrbeauftragte der Bauhausuniversität Weimar und der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, Geschäftsführerin des Max Stein Verlages.
Neuere Publikationen:
Die Auflösung des Lagerkomplexes Buchenwald als Voraussetzung für die Todesmärsche aus den Außenlagern in Rheinland und Westfalen im März und April 1945, in: Konzentrationslager im Rheinland und in Westfalen 1933-1945, Zentrale Steuerung und Regionale Initiative, hg. v. Jan Erik Schulte, Paderborn 2005, S. 281 ff.
Die Todesmärsche von Buchenwald. Räumung, Befreiung und Spuren der Erinnerung, Berlin (in Vorbereitung)

Dr. Gabriele Hammermann
absolvierte von 1988 bis 1990 ein Forschungsstipendium am Deutschen Historischen Institut in Rom; ihre Dissertation legte sie vor zum Thema: „Zwangsarbeit für den ‚Verbündeten’. Die Arbeits- und Lebensbedingungen der italienischen Militärinternierten“ (Tübingen 2002). 1996 und 1997 war Gabriele Hammermann wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Gedenkstätte Buchenwald; seit 1997 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Gedenkstätte Dachau. Sie legte Forschungen vor zur Zwangsarbeit, zur SS, zu italienischen Häftlingen, zu verschiedenen Außenlagern des KZ Dachau sowie zum Internierungslager Dachau 1945 – 1948.

Christine Hess
Nach dem Studium der Rechts- und Handelswissenschaften in Wien verschiedene berufliche Tätigkeiten; seit 2003 Dissertation über „Die rechtliche Aufarbeitung von Kriegsverbrechen und schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen - eine Analyse aus der Perspektive der Opfer“ an der Universität Frankfurt/Main, Bibliothekarin in einer Rechtsanwaltskanzlei in Frankfurt/Main
Publikationen: Gerstenbrand, Franz; Hess, Christine; Struhal, Walter, Euthanasie - eine neuropsychiatrische Analyse, in: Männl, Heinrich F.K.; Gießmann, Barbara, Forschungsbeiträge der naturwissenschaftlichen Klasse, München 2004, S.71-82.
Gerstenbrand, Franz; Hess, Christine, Ethical Demands in Modern Neurology, in: Baloyannis, Stravros J., Perspectives in Neurosciences, Thessaloniki 2005, S.137-144.

Dr. Claudia Kuretsidis-Haider
Wissenschaftliche Ko-Leiterin der zentralen österreichischen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz, Mitarbeiterin des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes (DÖW), z.Zt. Sachbearbeiterin im Projekt "Namentliche Erfassung der Opfer politischer Verfolgung 1938-1945"
Forschungsschwerpunkte: Nachkriegsjustiz (Ahndung von NS-Verbrechen in Österreich), Vergangenheitspolitik und Gedenkkultur(en), Holocaust, Widerstand und Verfolgung in Österreich
Publikationen:
[Gemeinsam mit Winfried R. Garscha:] "Keine Abrechnung". NS-Verbrechen, Justiz und Gesellschaft in Europa nach 1945, Wien-Leipzig 1998;
NS-Verbrechen vor österreichischen und bundesdeutschen Gerichten. Eine bilanzierende Betrachtung. In: Thomas Albrich/Winfried Garscha/Martin Polaschek (Hrsg.), "Holocaust und Kriegsverbrechen vor Gericht – Der Fall Österreich", Innsbruck 2006, S. 329-352; "Das Volk sitzt zu Gericht". Die österreichische Justiz und die Ahndung von nationalsozialistischen Verbrechen an ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern am Beispiel der Engerau-Prozesse 1945-1954 [in Druck].
Koordinierung und Nachbereitung (Publikation eines Konferenzbandes) des von der Zentralen Forschungsstelle Nachkriegsjustiz veranstalteten Symposions "Genocide on trial. Von den Nürnberger bis zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag"

Dr. Bertrand Perz
Universitätsdozent am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, Redaktionsmitglied der Zeitschrift „Zeitgeschichte“, Mitglied im Vorstand des Vereins Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes, Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Vereins Schloss Hartheim, stv. Vorstandsvorsitzender des Vereins Wiener Wiesenthal Institut; Gutachter in Prozessen wegen KZ-Verbrechen;
Autor verschiedener Bücher zum KZ Mauthausen bzw. seiner Außenlager und zur Nachgeschichte der Lager (Projekt Quarz. Steyr-Daimler-Puch und das Konzentrationslager Melk, Wien 1990; mit Florian Freund: Das KZ in der Serbenhalle. Zur Kriegsindustrie in Wiener Neustadt, Wien 1987 und: Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen auf dem Gebiet der Republik Österreich 1938-1945, München-Wien 2004; Die Geschichte der KZ-Gedenkstätte Mauthausen 1945 bis zur Gegenwart, Innsbruck 2006); Mitherausgeber der Veröffentlichungen der österreichischen Historikerkommission.
aktuelle Projekte u.a.: Archäologische Ausgrabungen im KZ Gusen; Geschichte des KZ-Außenlagers Bretstein; Dienststelle des SS- und Polizeiführers Lublin

Dr. Edith Raim,
Promotion über die Dachauer Außenlager Kaufering und Mühldorf 1991, seit 1999 am Institut für Zeitgeschichte München - Berlin, wissenschaftliche Projektmitarbeiterin im Projekt Die Verfolgung von NS-Verbrechen durch westdeutsche Justizbehörden seit 1945 (Inventarisierung der Verfahrensakten: www.ifz-muenchen.de/forschung/projekte/yad_vashem/index.html)
Veröffentlichungen:
Die Dachauer KZ-Außenkommandos Kaufering und Mühldorf. Rüstungsbauten und Zwangsarbeit im letzten Kriegsjahr 1944/45, Landsberg a. Lech 1992;
Ein Ort wie jeder andere. Bilder aus einer deutschen Kleinstadt. Landsberg 1923-1958. hrsg. von Martin Paulus, Edith Raim und Gerhard Zelger, Hamburg 1995
weitere Publikationen zu: Geschichte der Juden im Dritten Reich, Konzentrationslager, Strafverfolgung von NS-Verbrechen nach 1945 in Westdeutschland

Dr. Robert Sigel
Studium der Geschichte, Germanistik, Politischen Wissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Abschluss ebendort. Promotion im Fach Neuere Geschichte
1974 – 1978 Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für ein Projekt zur Geschichte der 2. Internationale nach 1918, Durchführung des Projekts am Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam,
1987 - 1989 Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), Forschungsarbeit über NS-Prozesse vor amerikanischen Kriegsgerichten
1994 - 1997 Stipendium der VW-Stiftung: Beurlaubung aus dem Schuldienst, Forschungsprojekt zur computergestützten Erfassung und Auswertung des Häftlingsregisters des Konzentrationslagers Dachau
Seit 1998 Deutscher Vertreter der Kultusministerkonferenz (KMK) in der Task Force for International Cooperation on Holocaust Education, Research and Remembrance (ITF)
Lehrer für Geschichte, Deutsch und Sozialkunde am Josef-Effner-Gymnasium Dachau, seit 1999 auch Lehrauftrag an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Themenbereich "NS-Lagersystem"; seit 2000 Teilabordnung an die Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, Bereich Gedenkstättenpädagogik
Zahlreiche einschlägige Publikationen

 

Zeit Ort


Freitag, 13. Oktober - 
Samstag, 14. Oktober 2006 

 


Jugendgästehaus Dachau
Roßwachtstr. 15, 85221 Dachau
Tel.: 08131-617712;
Fax:
08131-617719
Email: info@jgh-dachau.de

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Literatur zu den Dachauer Prozessen

 

Robert SIGEL
Im Interesse der Gerechtigkeit
Die Dachauer Kriegsverbrecherprozesse 1945-1948
Campus Verlag, Frankfurt/Main 1992

Die gerichtliche Verfolgung von Kriegsverbrechen wurde von den Allierten nicht erst nach ihrem Sieg über das nationalsozialistische Deutschland beschlossen, sondern war ein lange vorher formuliertes, vorrangiges Kriegsziel. Neben den einer großen Öffentlichkeit bekannten »Nürnberger Prozessen" gab es eine Gruppe von weit über 400 Verfahren, in denen auf der Grundlage der »Joint Chiefs of Staff Directive 1023/10« vom 8. Juli 1945 vor amerikanischen Militärgerichten sämtliche sonstigen Kriegsverbrechen verhandelt wurden. Die große Mehrzahl dieser Verfahren (vom 14. Oktober 1946 an sämtliche) wurde in Dachau auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers durchgeführt. Hier wurde über Grausamkeiten in sechs Konzentrationslagern (Dachau, Mauthausen, Flossenbürg, Mühldorf, Buchenwald, Mittelbau-Dora) zu Gericht gesessen. In den sogenannten Fliegerprozessen ging es um die Mißhandlung und Tötung allierter Flugzeugbesatzungen. Auch die Euthanasieverbrechen in Hadamar und andere Taten wurden hier zum Gegenstand von Prozessen.
Neben einer Übersicht über die Prozesse insgesamt werden in diesem Band einige Verfahren ausführlich - von der Anklageerhebung bis zur Urteilsvollstreckung und dem eventuellen Gnadenakt - dargestellt.


Fern Overbey HILTON
The Dachau Defendants: Life Stories from Testimony and Documents of the War Crimes Prosecutions

McFarland & Company 2004

In the 489 Dachau trials, 1700 criminals of Nazi Germany faced American justice. Held in the old administration building of the defunct concentration camp, they began just weeks after the capitulation in 1945 and were completed on December 30, 1947. The defendants varied from major figures in the Reich, to doctors, engineers, and teachers, to farmers, students, and villagers. The crimes include the abuse or murder of downed American airmen and atrocities committed against victims of all nationalities in the concentration camps and transports. This study concentrates on a selection of the trials that show a broad group of representative crimes and lend themselves to an understanding of World War II German culture. In proving that the average citizen could be as devoted a contributor to the Nazi cause as Hitler, it hopes to reveal something about those who would not stand up to him, who tolerated him, or who joined him. It addresses the disturbing reality that most atrocities committed in the Hitler era were the result of personal decisions made by others than the dictator. Written entirely from primary source documents such as letters, testimony, petitions, military records, physical evidence, and the official files and reviews of the trials, the case descriptions also provide defendants' personal details: upbringing, family life, education, career choices, their behavior during the trials, and their lives afterward. The study concludes with an appendix of all cases by number and defendant, divided by series, and a bibliography. It is illustrated with mug shots of the defendants and photographs of relevant sites and events.
 


Joshua GREENE
Justice at Dachau: The Trials of an American Prosecutor
Broadway Books 2003

The world remembers Nuremberg, where a handful of Nazi policymakers were brought to justice, but nearly forgotten are the proceedings at Dachau, where hundreds of Nazi guards, officers, and doctors stood trial for personally taking part in the torture and execution of prisoners inside the Dachau, Mauthausen, Flossenburg, and Buchenwald concentration camps. In Justice at Dachau, Joshua M. Greene, maker of the award-winning documentary film Witness: Voices from the Holocaust, re-creates the Dachau trials and reveals the dramatic story of William Denson, a soft-spoken young lawyer from Alabama whisked from teaching law at West Point to leading the prosecution in the largest series of Nazi trials in history.
In a makeshift courtroom set up inside Hitler's first concentration camp, Denson was charged with building a team from lawyers who had no background in war crimes and determining charges for crimes that courts had never before confronted. Among the accused were Dr. Klaus Schilling, responsible for hundreds of deaths in his "research" for a cure for malaria; Edwin Katzen-Ellenbogen, a Harvard psychologist turned Gestapo informant; and one of history's most notorious female war criminals, Use Koch, "Bitch of Buchenwald," whose penchant for tattooed skins and human bone lamps made headlines worldwide.
Denson, just thirty-two years old, with one murder trial to his name, led a brilliant and successful prosecution, but nearly two years of exposure to such horrors took its toll. His wife divorced him, his weight dropped to 116 pounds, and he collapsed from exhaustion. Worst of all was the pressure from his army superiors to bring the trials to a rapid end when their agenda shifted away from punishing Nazis to winning Germany's support in the emerging Cold War. Denson persevered, determined to create a careful record of responsibility for the crimes of the Holocaust. When, in a final shocking twist, the United States used clandestine reversals and commutation of sentences to set free those found guilty at Dachau, Denson risked his army career to try to prevent justice from being undone.

Joshua M. Greene received exclusive access to Denson's personal archives, which included trial transcripts, newspaper clips, and a trove of photographs and letters. Using these, Greene has reconstructed the Dachau trials with the immediacy and excitement of a legal thriller. Justice at Dachau resurrects an American hero, a real-life Atticus Finch, and shines a light on a part of World War II that established precedents still used today to bring war criminals to justice.

JOSHUA M. GREENE began his career as a producer of children's books and films. He is producer/ director of the acclaimed documentary Witness: Voices of the Holocaust and coeditor of the film's companion book. His books and films have received numerous awards. He lives in Old Westbury, New York.
 

J. GREENE
The Unbelievable and the Believer
Remembering Dachau's living hell, and the American Christian who brought Nazi war criminals to justice.


Holger LESSING,
Der erste Dachauer Prozeß (1945/46)

( = Fundamenta Juridica. Hannoversche Beiträge zur rechtswissenschaftlichen Grundlagenforschung, Bd. 21), Baden-Baden 1993.


Peter STEINBACH,
NS-Prozesse nach 1945
,
in: Dachauer Hefte, Heft 13, S. 3-26.

 

Dokumente zu den Dachauer Prozessen

 

www.hhs.utoledo.edu/dachau/

www1.jur.uva.nl/junsv/JuNSVEng/DTRR/Dachau%20Trials%20start.htm#Intro

 

Bericht über die Tagung

 

Raith, Felizitas, „Dachauer Prozesse“. NS-Verbrechen vor amerikanischen Militärgerichten in Dachau 1945-48. Verfahren, Ergebnisse, Nachwirkungen 25.06.2007
in: H-Soz-u-Kult - Kommunikation und Fachinformation für die Geschichtswissenschaften

 

Rezension des Tagungsbandes

 

L. Eiber u.a. (Hrsg.): Dachauer Prozesse
Rezensiert für H-Soz-u-Kult von: Michael Löffelsender, Universität zu Köln